Bundesprogramm Chancengleichheit
Ab dem 1. Januar 2008 wird das Bundesprogramm Chancengleichheit von der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) geführt.
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Zusammenfassung
Im Universitätsförderungsgesetz von 1999 wurde mit den
projektgebundenen Beiträgen eine neue Beitragsart eingeführt, um
gemeinsame Anliegen der Kantone und des Bundes von
gesamtschweizerischer Bedeutung zu unterstützen. Die dafür
bereitgestellten Mittel werden im Prinzip im Wettbewerb vergeben. Die
Auswahl der Projekte erfolgt durch die Universitätskonferenz. Im Jahre
2000 konnte das Bundesprogramm „Chancengleichheit von Frau und Mann an
den Universitäten“ gestartet werden, das Ende 2003 eine erste
vierjährige Programmrunde abschloss und mit dem Jahr 2004 in die zweite
Periode trat. Es nimmt im Rahmen bisheriger Politik zur
Chancengleichheit von Frau und Mann an den Hochschulen eine besondere
Stellung ein, denn es handelt sich um ein Programm koordinierter
Massnahmenmodule mit übergreifender Zielsetzung, das
gesamtschweizerisch konzipiert ist. Es gehört bisher zu den wichtigsten
Massnahmen im Bereich Gleichstellungsarbeit an den Universitäten. Die
erzielten Resultate des Programms, das drei Module umfasst (Anreize zur
Anstellung von Frauen als Professorinnen, Mentoring und Unterstützung
von Betreuungsstrukturen für Kinder) und in der ersten Programmperiode
mit 16 Millionen Franken dotiert war, sind im Evaluationsbericht
positiv bewertet worden. Die Gleichstellungsarbeit konnte an allen
Universitäten institutionalisiert werden. Hatten zu Beginn des
Programms nur vier Universitäten eine Fachstelle für Gleichstellung, so
verfügten am Ende des Jahres 2002 alle Universitäten über eine solche.
Insgesamt wurden bis 2004 64 Projekte bewilligt, die eine breite
Palette von Massnahmen im Bereich der Chancengleichheit umsetzen. Dazu
gehören Mentoringprojekte, die vom klassischen Eins-zu-Eins-Mentoring
über Peer-Mentoring bis zu Kursen und Vorlesungsreihen zur
Sensibilisierung im Gender-Bereich sowie Informationstagen für
Gymnasiastinnen reichen. An jeder Universität wurden die
Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf- und ausgebaut.
Ziel des Bundesprogramms Chancengleichheit ist die Verdoppelung des
Professorinnenanteils von 7% (Stand 1998) auf 14% bis zum Jahr 2006.
Die Statistik zeigt, dass bisher in jedem akademischen Jahr mehr
Professuren durch Frauen besetzt werden konnten als im Durchschnitt
Frauen habilitieren. Im akademischen Jahr 1999/2000 fielen 27% der
Berufungen auf Frauen, 2000/01 sank der Anteil neuangestellte
Professorinnen auf 14% und 2004 stieg er erneut auf 22%. Die 2002
erstmals durchgeführte Erhebung des Gesamtbestandes an ordentlichen und
ausserordentlichen Professorinnen im Rahmen des Bundesprogramms zeigte,
dass Ende August 2004 bereits 11% der Professuren von Frauen besetzt
waren. Damit liegt die Schweiz im internationalen Vergleich erstmals im
Durchschnitt der OECD-Länder. Es bedarf aber noch vermehrt gezielter
Anstrengungen, um den Anteil an Professorinnen an schweizerischen
Universitäten auf die Zielvorgabe 2006 von 14% zu erhöhen.
Die Evaluation der ersten Phase hat gezeigt, dass die Strategie der
Implementation der drei Module weitgehend erfolgreich waren und von
ihnen wichtige Impulse und Neuerungen (Gleichstellungscontrolling
aufgrund der Berufungs- und Professorinnenanteile) ausgingen. Sie gibt
aber auch Empfehlungen, beispielsweise eine neue Form des Anreizsystems
zu entwickeln, um den unterschiedlichen Frauenanteilen in den
Fachbereichen Rechnung zu tragen. Im Bereich des Mentoring sind Ziele,
Zielgruppen und Wissenstransfer zu optimieren. Gleichzeitig werden auch
die bildungspolitischen Institutionen aufgefordert, Nachwuchsförderung
und Gleichstellung besser zu koordinieren.
Für die zweite Phase (2004-2007) steht dem Programm Chancengleichheit
derselbe Betrag von 16 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung,
allerdings mit der Option von Kürzungen in den Jahren 2006 und 2007.
Das Programm wird – auch auf Wunsch der Universitäten – in der
bestehenden Form weiter geführt. Neben der Verdoppelung des
Professorinnenanteils auf 14 % bis 2006 ist generell der Frauenanteil
auf allen hierarchischen Ebenen zu erhöhen. Die bereits gut
funktionierende Zusammenarbeit unter den Universitäten im Bereich
Chancengleichheit soll noch intensiviert werden. Die Aspekte Transfer
und Nachhaltigkeit sollen bei der Bewilligung von Projekten besonders
berücksichtigt werden.
Kontakt:
Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS)
Frau Dr. Gabriela Obexer-Ruff
Sennweg 2
Postfach 607
CH - 3000 Bern 9
Tel.: 031 306 60 23
Fax: 031 306 60 50
e-mail:
gabriela.obexer@crus.ch